Usain Bolt kennt «Giulia national» nicht



Jugendliche, Turnerinnen und Turner, Familienmitglieder, Funktionäre und Behördenmitglieder haben Giulia Steingruber nach ihrer Rückkehr aus London gestern auf dem Flughafen Zürich-Kloten empfangen. Die Gossauer dürfen sich freuen. In ihrer Stadt wohnt mit Giulia Steingruber eine junge Weltklasse-Turnerin, die trotz des ausgezeichneten 9. und 14. Ranges an den Olympischen Spielen in London die Bodenhaftung nicht verloren hat, eine von ihnen geblieben ist und sich ihrer Vorbildfunktion bewusst ist. Sie schreibt ihren «potenziellen Nachfolgerinnen» Autogramme auf Handys, Trikots und sonst wohin, posiert geduldig mit jeder einzelnen jugendlichen Turnerin, beantwortet zum x-ten Mal die gleichen Fragen. Aber auch Giulia Steingruber darf sich freuen. Ihre Leistungen werden auch gewürdigt, wenn sie ohne Medaille nach Hause zurückkehrt. Die mit dem Zug angereisten Gossauer und Fürstenland-Turnerinnen schenken ihr Rosen, sie erhält einen Biberfladen mit Giulia-Bild und andere Präsente. Sportkoordinator Norbert Thaler outet sich ebenso als Giulia-Fan wie Flugpassagiere.

«Dass so viele gekommen sind, freut mich riesig. Das habe ich nicht erwartet, und ich möchte mich bei allen bedanken», sagt die nationale Sympathieträgerin sichtlich beeindruckt. Tatsache ist: Gossau und Giulia Steingruber dürfen sich freuen, weil die gemeinsame Erfolgsgeschichte weitergehen wird. Wie sich Giulia Steingruber nach der Enttäuschung am Sprung aufgefangen hat, beeindruckte nicht nur ihre Eltern, Tante Gisela, die Grosseltern oder Förderin Marianne Steinemann, sondern auch die Fachwelt. «Die Olympischen Spiele waren ein Erlebnis. Auch weil es Kontakte zu andern Sportlern gab», bestätigt Giulia Steingruber das, was alle Athleten sagen. Und dass sie von Usain Bolt nicht erkannt wurde, nahm sie dem Sprinter nicht übel…

Nun darf die Kämpferin die Ferien geniessen. Aber die nächsten Ziele werden folgen. Etwa mit der Titelverteidigung am Swiss Cup, den sie mit dem ebenfalls heimgekehrten Claudio Capelli bestreiten dürfte. Und die Gossauer werden sie auch künftig abholen. Das ist so sicher wie die Tatsache, dass sie in ihrem Umfeld eine «Athletin zum Anfassen» bleibt. (uhu)

Quelle: St. Galler Tagblatt AG, Urs Huwyler





Veröffentlicht am:
11:09:26 09.08.2012 von CMS System Benutzer